Was ist Haltung und wie hängt sie mit dem Sehen zusammen?
Die Haltung ist das körperliche Gleichgewicht, das es uns ermöglicht, uns an die Umgebung anzupassen, um statische und dynamische Aktivitäten auszuführen. Sie ist das Ergebnis des Tonischen Haltungssystems (T.H.S.), eines Komplexes aus Organen und Strukturen, die zusammenarbeiten, um unsere Beziehung zum umgebenden Raum zu optimieren. Darunter spielen die Exterozeptoren (Sehen, Tasten, Hören), die Propriozeptoren (die die Körperteile regulieren) und die übergeordneten Zentren (die die Informationen verarbeiten) eine Schlüsselrolle.
In diesem Gleichgewicht ist das Sehen von grundlegender Bedeutung: Ein nicht korrigierter Sehfehler kann die Haltung verändern, während eine falsche Haltung sich negativ auf die Sehkraft auswirken kann.
Haltung und Sehfehler: eine tiefe Verbindung
Wissenschaftliche Studien (Baron, Gagey, Bricot, Bourdiol, Bortolin, Roll) bestätigen, dass das Sehsystem und die Haltung eng miteinander verbunden sind. Ein Sehfehler wie Astigmatismus, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Konvergenzprobleme kann falsche posturale Anpassungen auslösen, von der Fußstellung bis zur Augenmuskulatur. Diese Ungleichgewichte können, wenn sie nicht ausgeglichen werden, Schmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Nackenschmerzen verursachen. Ebenso kann eine falsche Haltung die binokulare Koordination und die Sehleistung beeinträchtigen und zu Phorien oder Augenermüdung führen.
Anzeichen eines visuell-posturalen Problems
Die Symptome zu erkennen ist der erste Schritt, um einzugreifen. Hier die wichtigsten Anzeichen:
Nackenschmerzen: Schmerzen im Nacken, Rücken oder in den Gliedmaßen, oft mit visuellen Ungleichgewichten verbunden.
Kopfschmerzen: einseitige, schläfen- oder hinterkopfbezogene Kopfschmerzen mit Lichtempfindlichkeit oder Tränenfluss.
Schwindel: Gefühl der Instabilität, Schwindelgefühle oder motorische Schwierigkeiten.
Müdigkeit: übermäßige Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Leistungsabfall.
Allgemeines Unwohlsein: Angst vor offenen Räumen, Unbehagen beim Autofahren oder schlechte Distanzwahrnehmung.
Die visuell-posturale Untersuchung: eine gezielte Lösung
Unsere optometrisch-posturale Untersuchung bewertet das Sehen als posturalen Rezeptor und analysiert, wie der Patient äußere Informationen wahrnimmt und verarbeitet. Diese Untersuchung stellt fest, ob Haltungsstörungen auf Sehprobleme zurückzuführen sind, und definiert die Art der Interferenz. Dank einer detaillierten Anamnese und spezifischer Tests liefern wir den notwendigen Ausgleich mit Brillen oder Kontaktlinsen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Posturale Anpassungen können sich jahrelang halten, daher empfehlen wir regelmäßige Kontrollen, um Fortschritte zu überwachen und bei Bedarf die optische Verschreibung zu aktualisieren. Eine angemessene Korrektur ist unerlässlich, um die Vorteile langfristig zu erhalten.
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Literaturverzeichnis
- Bourdiol R., Bortolin G. – CefaleEMIcraniE – Edizioni Gemmer Italia, 2000
- Roncagli V. – Bewertung und Behandlung funktioneller Sehstörungen
- Ugolini D. – Occhio e postura (Auge und Haltung) – A.I.O.C., Bd. XXXIII, Nr. 2, 2009
- Ugolini D. – Oculomotricità e processi cognitivo-comportamentali (Okulomotorik und kognitiv-verhaltensbezogene Prozesse) – A.I.O.C., Nr. 3, 2010

